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Die Walderkundung

 

Leute, war dieser Herbsttag schön! Die Sonne schien warm vom Himmel.
„Wir könnten doch in den Wald gehen und schauen, ob es Pilze und Früchte für den Winter gibt“, sagte unsere Mitbewohnerin zu uns und ohne eine Antwort abzuwarten wurden wir in ihren Korb gesetzt und schon ging es los.
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Hinter dem Moor, gleich bei der Heide vor Buxtehude fängt der Wald an. Wir waren damals, vor 170 Jahren, oft dort, aber zu der Zeit sah es da ganz anders aus. Jetzt standen hier riesige Bäume, wo zu jener Zeit nur kleine Sträucher und Bäumchen waren.
Doch bevor wir in den Wald hinein gingen, hatte Anett uns gebeten, nicht herum zu schreien oder zu toben, um die Tiere, die dort lebten, nicht zu stören.
Wir blieben am Waldrand stehen und horchten. Wir hörten einen lieblichen Chor aus Vogelstimmen. War das schön! Ich hätte am liebsten gleich mitgesungen, aber wir hielten uns an ihre Bitte, auch aus Angst, dass uns ein großes Tier hören und sehen könnte. Sogar Hase war ganz leise, lauschte und mir war fast, als hätte er ein Pflaster auf dem Mund gehabt. Wir hörten von ihm wirklich keinen Mucks! So war das ganz toll mit ihm! Er war so sehr mit dem Hören beschäftigt, dass ihm keine Zeit blieb, Blödsinn zu treiben.
Aber dann - der Ausflug in die Natur begann…und… seid gespannt auf das, was wir alles erlebten…
Viele trockene Äste und Blätter bedeckten den Waldboden. Das war ganz schön gruselig, kann ich euch sagen! Bei jedem unserer Schritte knackte und raschelte es und der Wind bewegte vorsichtig die Bäume, die dann wie ein eingerostetes Tor knarrten und dazu eine leise, zarte, lieblich- rauschende Melodie sangen. Hase versuchte es mit springen und hüpfen, aber es half nichts, jeder seiner Schritte machte Lärm. ‚Seine Füße sind einfach zu groß‘, dachte ich. ‚Meine Schritte sind ganz leise und nur das Mäuschen im hohlen Baum kann mich hören‘. So tippelte ich ungehört über den Waldboden.
Wir waren ganz aufgeregt. Aber unsere Mitbewohnerin beruhigte uns, denn sie wäre doch bei uns und passe schon auf, dass uns nichts passieren würde. Sie kannte sich gut in den Wäldern mit den vielen Tieren, Blumen, Pilzen und Pflanzen aus.


mfw14_059642mfw14_059646„Milchbockweg“, so der erste Hinweis, ein Wegweiser an der Lichtung, wo wir waren. Milch kennen wir ja, die hat eine Tier - Mama für ihr Baby und einen Bock kennen wir auch. Der Bock ist ein Ziegenmann vom Gutsherrn und einen Weg kennen wir natürlich auch. Aber wie passt das nun wieder zusammen? Dazu standen neben dem Wegweiser große Milchkannen, wie die, die von den Bauern zu unserer Zeit benutzt wurden.
Kennt ihr solche Milchkannen? Nein? Dann will ich es euch erklären: In diesen Kannen bewahrte man früher die Milch der Kühe und Ziegen auf, bis sie von den Milchkutschern abgeholt und in die nächste Meierei gebracht wurden. Dort stellten die Menschen aus der Milch, Butter und Käse her. Die Meierei von damals nennt man heute Molkerei und auch dort werden Käse, Milch, Jogurt und Quark hergestellt. Eine Bank nannte sich zu unserer Zeit auch Bock, weil dieser 4 Füße, nein Beine hatte. Die Kannen standen darauf, damit die Kutscher sie vom Wagen aus hochheben konnten.
Somit hatten wir auch dieses Worträtsel gelöst. ‚Milchbockweg‘ – war nichts anderes, als eine Straße, an der Holzbänke standen, auf welchen die Bauern ihre Milchkannen abstellten. Wir haben das natürlich genau erkundet, wie Ihr Euch denken und sehen könnt.

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Weiter ging es - Hase sprang voraus. mfw14_059649Er hielt sich noch an die Bitte, bis er ein Schild sah, auf dem ein Pferd mit einem Reiter abgebildet war. Sogleich sprang er auf den Balken mit dem Schild, tat, als würde er reiten und rief dann aber doch nur ganz leise: „Hüh!“ und „Hott!“ und „Schneller!“ und, und, und… Er dachte dabei bestimmt an die alte Zeit zurück, in der es noch keine Autos gab und Pferde oder Ochsen mit Fuhrwerken auf dem Waldweg unterwegs waren. Auch solche Schildchen brauchten die Menschen damals nicht, denn das war nichts Besonderes. Was meint ihr? Dachte er wirklich daran?
Weil sich sein ‚Pferdchen‘ nicht bewegen wollte, verlor er bald die Lust am ‚Reiten‘ und sprang wieder hinunter. Er fiel fast auf einen Pilz, der aussah, wie ein Regenschirm. mfw14_059691Auf ihm saßen sooo viele Fliegen, das der Pilz ganz schwarz und bunt in der Sonne glänzte. Wie Hase nun mal ist, wollte er die Sache von nahem sehen. Er hätte bei unserer Mitbewohnerin besser aufpassen sollen, wie vorsichtig man sich da bewegen muss, denn plötzlich flogen alle Fliegen weg und tanzten um sein Näschen. Wieder hüpfte er umher. Ausnahmsweise war sein Hüpfen mal gut, denn die Fliegen suchten das Weite. So konnten wir uns den Pilz richtig ansehen. Es war eine Stinkmorchel. Der vom Regen abgewaschene Hut ist nicht mehr braun oder grau, sondern fast weiß und sah aus wie ein Fußabtreter-Gitter. Die Fliegen lieben ihn, Ihr könnt ihn aber leider nicht essen. Schön sah er trotzdem aus. Wir waren begeistert, wollten mehr von diesen Pilzen, die keine Pflanzen und keine Tiere sind, sehen.
mfw14_059725Wir liefen weiter, über Blätter, Moos und Baumstämme. Der Wald wurde bald anders. Der Farn, der dort stand, war größer als wir beide zusammen und war wie ein Wald mit Zelten. mfw14_059671
Dort spielten wir ganz leise verstecken. Wir kletterten auf den Ästen und Wedeln umher, blinzelten von unten in die Sonne und eroberten den Baum, der mitten im Farnwald stand. Hey, das fand ich toll, denn ich war mal ohne Räuberleiter größer als Hase und meine Mitbewohnerin!

mfw14_059741So übermütig wie wir beim Klettern waren, hatte sie natürlich Angst um uns, denn Kopfweh oder ein gebrochenes Beinchen schmerzt uns auch sehr. Zum Glück ging alles gut und es war uns nichts passiert.
Dann sah ich einen ganz alten Baumstumpf. Dieser war dick wie eine Wassertonne, wenigstens so alt wie wir, aber er hatte kein Blätterdach. Er war wie ein kleines Zündhölzchen abgeknickt und stand ganz einsam da. „Der wurde bestimmt von einem Blitz getroffen und fürchtet sich im Dunkeln ohne seine Blätterarmee, die ihn beschützen kann“, meinte Hase, der schon wieder kletterte. Neben dem Stumpf lag auch noch ein Stück dieses Riesen-Baumes. Beide Teile waren mit halben Suppentellern verziert, in weiß, in grau und braun und sie waren mit Streifen bemalt. „Und wer hat sich hier mit den Farben ausgetobt!? Wer will schon im Wald Suppe essen?“ sprudelte es aus Hase heraus. Er konnte es nicht verstehen.
mfw14_059744Natürlich waren es keine Suppenteller, sondern Pilze. Es gibt viele verschiedene Arten von Pilzen, so viele - ich kanmfw14_059697n gar nicht so weit zählen. Dazu sollt ihr wissen: Das, was wir als Pilze kennen, sind nur die Früchte, die Fruchtkörper, welche aus dem Boden ragen oder aus den Bäumen wachsen. Der eigentliche Pilz lebt unter der Erde oder im Baum. Der Baum kann durch den Pilz krank werden und absterben. Im Boden ist er oft weit verzweigt, weiter als die Wurzeln eines Riesen-Baumes.
Wir haben vorhin schon viele kleine Pilze an anderen Baumstämmen am Wegesrand gesehen. Die waren so klein, dass ich fast mit der Nase sehen musste! Und dann der Pilz, der auf einem weißen Bein stand und sich mit einen braunen Hut schützte, weil er vor dem Regen Angst hatte. Dann waren noch die hellen, die aussahen wie dicke Kartoffelbäuche oder Gänseeier und die innen ganz schwarz wie Tinte sind, wenn sie alt und nass werden und die und die und die...

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Unsere Mitbewohnerin ermahnte uns, dass wir keine dieser Pilzregenschirme umstoßen und zertreten sollen, denn sie wären sehr nützlich für die Natur. Die Wurzeln durchziehen die heruntergefallenen Blätter und verwelkten Blumen so, dass sie zu neuer Erde werden. Die Pilzkörper sind Nahrung für die Tiere und auch die Menschen sammeln sie zum Essen.
mfw14_059562mfw14_059556Ein paar der pilzfressenden Tiere streiften unseren Weg. Ich kannte die Tierchen schon, aber Hase tänzelte um jedes der Kleinen, zwickte sie, stieß sie vorsichtig mit der Nase an und war erstaunt, was es alles zu entdecken gab. Zum Glück waren es nur ganz kleine, die ihm nicht gefährlich werden konnten. mfw14_059747Bunte Käfer mit einem Regenbogen auf dem Rücken, Schnecken, die kein mehr Haus hatten, braune Grashüpfer, die weiter springen als Hase, Spinnen, die ein Wagenrad gewebt hatten. Alle lebten sie in diesem Wald.

 

 

mfw14_059564Nur die Vögel hatten sich in den Bäumen versteckt, da der Kasten, der von den Menschen einmal für sie aufgehängt wurde, auseinander gefallen war. Wir konnten sie zwar nicht sehen, dafür immer noch hören. Sie sangen: „Auf einem Baum ein Kuckuck, simsalabimbambasaladusaladim…“ Kannst du das Lied auch singen?

Beim leisen Mitsingen liefen wir weiter und kamen dahin, wo Blaubeersträucher standen und das Heidekraut blühte. Die Blüten des Krautes waren klein, kleiner als Weizenkörner, schön wie die Sterne am Himmel, aber diese hier leuchteten in der Sonne.
Und endlich! Wir durften die Beeren probieren! Hase hüpfte vor Freude in die Luft und meine Stacheln tanzten im Takt des Kuckuck-Liedes.
Ohhh, waren die lecker!!! Wir durchkämmten die Sträuchlein, die für uns, wie mannshohe Bäumchen waren, pflückten die süßen Früchte und naschten und pflückten und naschten. Und bald hatten wir blaue Tintenpfötchen und -mäulchen und dann, dann war es uns vom vielen naschen übel. Ohjemineee…
Ach so. Unsere Mitbewohnerin ist ja manchmal streng mit uns und so erklärte sie, dass nur wir Tiere die Beeren so vom Strauch naschen dürften. Die Menschenkinder müssen sie erst waschen, da vielleicht der Fuchs, die Schnecke oder Fliege dran war und das krank machen könnte. Also liebe Kinder- immer daran denken! Früchte immer erst waschen, dann kann euch nichts passieren!

Ein paar Schritte und die Übelkeit war bei Hase wie weggeblasen. Er sprang und wirbelte schon wieder durch die Luft und rief so laut, dass die Vögel in den Bäumen erschraken und weg flogen:mfw14_059593 „Heeeey, ihr Lieeeeben, da sind Schluuumpfbeeeeren! Wäre doch Cruisy hier, der würde sich über die Leckereien freuen!“
„Haaseee!“ rief ich im Flüsterton. „Psst! Leise! Denk‘ an die anderen Waldbewohner! Und Cruisy sollte nicht alles essen, was du sieht! Das sind nämlich keine Schlumpfbeeren, sondern Moosbeeren! Auch wenn sie aussehen, wie niedliche kleine Äpfelchen für die Waldgeisterzwerge, du weißt doch gar nicht, ob wir die essen dürfen!“ Unsere Mitbewohnerin griff ein: „Diese Beeren dürft Ihr, mein Häschen und auch du, mein Igel essen, aber nur, wenn ich euch das sage. Es gibt nämlich auch Beeren, die ihr nicht essen dürft, weil sie giftig sind und euch krank machen. mfw14_059619Diese kleinen roten Äpfelchen, die Moosbeeren, sind sogar sehr gesund, aber gaaanz sauer! Vielleicht kennt ihr auch diesen fremden Namen davon: Cranberry. Die Pflanzen bedecken große Stellen des Bodens und man sieht nicht, dass sie im Wasser stehen.“ Das mit dem Wasser war nun sogar für mich unverständlich. Wir waren doch die ganze Zeit im Wald und da steht man doch nicht im Wasser! Doch! Denn mittlerweile waren wir im Moor angekommen. Im Moor war es gefährlich, wurden wir gewarnt. Nicht wie im Heidekraut, wo alles ganz trocken ringsum war, kann man hier mit den Beinchen stecken bleiben und es gab sogar schon Menschen und Tiere, die im Moor versunken sind. Aus dem Grund mussten wir auf den Arm und durften nun alles von dort aus bestaunen.

Das Moor bei Buxtehude


mfw14_059568KWir sahen schöne Gräser, die wie wild gewachsene Haare auf einem Ochsenkopf aussahen, sahen blühende Moose, deren Blütchen auch für uns Kleine, ziemlich klein waren und wir sahen viel Wasser zwischen den haarigen Grasköpfen. Aus all diesen Pflanzen entsteht das Moor. Die abgestorbenen Blätter und Blüten fallen ins Wasser und weil sie keinen Sauerstoff mehr aus der Luft bekommen, schimmeln und faulen sie nicht. So kommen Jahr für Jahr ganz kleine Schichten Moor zusammen und in vielen hundert Jahren werden sie zu Moorerde, den Torf. Leider mögen so viele Menschen diesen Torf für ihre Blumen zu Hause, dass heute große Maschinen im Moor arbeiten und den Torf aus dem Boden holen. mfw14_064987Früher nahmen die Menschen einen schmalen Spaten um den Torf zu stechen, wie es richtig heißt und trockneten ihn. Weil es im Moor kaum Bäume gibt, nutzten sie die getrockneten Torfstücke zum Heizen ihrer Öfen und Kochstellen.mfw14_063344

Wir sahen ein, das Moor war zu gefährlich für uns. Deshalb brachte uns Anett wieder in den Wald, in dem es schön trocken war. Sie setzte uns zwischen Heidekraut und Blaubeeren ins raschelnde Gras. In diesem Moment erschraken wir uns so sehr, dass ich mich auf der Stelle einrollte und meine Stacheln zeigte und Hase freiwillig in den Pilz - Korb sprang. Unsere Mitbewohnerin lachte. Sie lachte sooo sehr, dass sie ihren Bauch halten musste. Vor uns lag eine riesige Monster-Schlange, deren Kopf mich oder Hase im Ganzen hätte verschlingen können!!! Warum lachte sie denn so, wenn es so gefährlich für uns ist? Sie passt doch sonst immer so gut auf uns auf! ...Die Antwort war ganz einfach! Das Monster war ein alter Ast, der nur so aussah, als wäre es eine Schlange, die uns fressen wollte.mfw14_059587
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Dann mussten wir auch loslachten. Ich rollte mich wieder aus und meine Stacheln machten dabei richtige Musik. Hase sprang zurück auf den Boden, verdrehte seine Ohren vor Freude und tobte sofort auf dem Ast - Monsterchen umher. Er umarmte es und gab ihm ein kleines Küsschen auf das Näschen aus Holz. Nun war ich mir auch ganz sicher, Hase hatte keine Angst mehr. Ich glaube, ihr könnt euch das jetzt gerade gut vorstellen – oder?!

Dann hatte ich eine Idee für ein Spiel. Wir suchten nun weitere solche Monsterchen, die aussahen wie Tiere. Wir schauten die Gebilde aus verschiedenen Ästen von allen Seiten an, legten uns auf den Boden, klettern drauf, schauten nur mit einem Auge in den Himmel und waren mit unseren Näschen schon fast im Boden. War das schön! Auch Hase war begeistert bei der Sache und bekam zwischendurch ein großes Lob von uns. mfw14_059580Er verhielt sich dabei weiter leise und wir suchten mehr von diesen süßen Baum – Kuschelmonstern. Seht! Das eine war ein Einhorn, das andere ein Bär und dann fand ich etwas ganz andere Dinge - Eicheln und Nüsse lagen zwischen die Ästen.mfw14_059582
Ich dachte sofort an meine Frau, die zu Hause geblieben war und wollte ihr eine Freude machen. Wir sammelten einige dieser Früchte, um sie damit zu überraschen. Ein Foto bekommt sie auch noch dazu, versprach unsere Mitbewohnerin. „Ob sie sich darüber freuen wird?“ fragte ich. „Na aber klar! Sie wird bestimmt alles in ein Körbchen legen und jeden Tag an uns beide, an Hase und mich, ihren lieben Mann, denken, wenn wir mal wieder unterwegs sind!“

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Wir sammelten alle Herbstfrüchte ein und legten sie in unseren Beutel.
Meine kurzen Beinchen taten schon weh und wir wollten unseren Waldbesuch beenden, aber ein Blumensträußchen wollte ich dann doch noch mitnehmen. Ein leises, aber ernsthaftes „Nein!“ kam von unserer Mitbewohnerin. „Die Pflanzen lassen wir alle im Wald, im Moor und auf der Heide stehen. Sie sind wichtig für die Natur und sollten deshalb weiter wachsen. Im nächsten Jahr können wir dann alle zusammen her kommen und uns an den schönen Pflanzen erfreuen.“ Das verstanden wir natürlich und ich brach auch keines der zarten Blümchen ab; meine Frau würde das sicher verstehen.
mfw14_059684Hase sprang weiter über Baumstümpfe, Pilze, Pfützen und Furchen mit Wasser und einen Spiegel.mfw14_059749 Heee? Einen Spiegel? Mitten im Wald? Was ist das nur für eine verrückte Welt? Zu unserer Zeit kannten wir nicht einmal einen Spiegel an der Wand und jetzt liegen sie hier auf dem Boden umher!?
Im Glauben, dass wir einen Spiegel gesehen hatten, diskutierten wir beim Gehen weiter und liefen kopfschüttelnd Richtung Auto, welches wir schon in der Ferne, am Ende der Lichtung sahen.
Dann verstand ich Hase nicht mehr. Nichts Böses ahnend rannte er plötzlich voraus. mfw14_059670Er hat längere Beine und mehr Ausdauer, daher war er viel schneller als ich und – schwupp - war er schon wieder am Klettern! Nein, so geht das mit ihm wirklich nicht weiter! Irgendwann wird er sich noch seine Ohren brechen!
Er hatte das Denkmal des alten Marktweges entdeckt und da! Nun war es passiert! Eine Brombeerranke, die über den Stein gewachsen war, hatte ihn gepikst! Er schrie laut auf, aber es war glücklicherweise mehr der Schreck, als ein Schmerz.
Nun endlich am Stein angekommen, setzte mich unsere Mitbewohnerin auch darauf und ich befreite unseren Helden von der Ranke mit den dicken Dornen.

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Von ihnen befreit, konnten wir auch lesen, was auf dem Schild stand, welches am Denkmal befestigt war „Alter Marktweg“. Vom Marktweg hatten wir schon gehört. Hier wurden Viehherden von Horneburg bis nach Bremervörde getrieben und auch die Pferdekutschen wurden von diesem Weg befahren. Schön, dass es diesen Weg noch gibt und die Menschen daran erinnert werden, wie es früher einmal war.

Müde machten wir uns nun auf den Heimweg in unsere Heimatstadt Buxtehude. Meine Frau wartete bestimmt schon auf unsere Rückkehr. Schnell verging die Autofahrt und waren wir daheim.
Wir wurden herzlich begrüßt und sie freute sich über unsere Geschenke aus dem Wald.
Im Korb unserer Mitbewohnerin waren noch Pilze zum Abendessen. Wir hatten gar nicht  bemerkt, dass sie die am Wegesrand gesammelt hatte, als wir durch den Wald gestreift sind.
Da wir nun aber nicht wissen konnten, was sie für Pilze hatte, haben wir drei zusammen in einem ganz großen Buch gesucht und überlegt, welcher Pilz wohl welchen Namen hatte und ob der essbar wäre.

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Wir erfuhren aus dem Buch, dass viele von diesen Pilzen die Tiere essen dürfen, aber die Menschen nicht. Deshalb esst niemals Pflanzen, Beeren oder Pilze, die ihr nicht genau kennt!!! Nur gut, dass unsere Mitbewohnerin sich auskennt, denn nur durch die Bilder im Buch hätten wir bestimmt giftige Pilze gegessen.

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Nun freuen wir uns auf das nächste Jahr, denn den Wald werden wir gemeinsam mit meiner Frau sicher noch einmal erkunden. Bis zum nächsten Abenteuer liebe Freunde – tschüü-üssss!