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Die Buxtehuder Schlingel entdecken Ostern

Wir waren gerade zurück von diesem Karneval, da kamen schon erste Berichte von Schokoladenhasen im Fernsehen. Ab und zu fiel dabei das Wort: „Osterhase.“ Hase spitzte hierbei immer die Ohren, blieb aber zunächst noch ruhig.
Die Tage vergingen, doch dieses Wort kam immer wieder und immer öfter vor. Auch über Ostern, Osterlamm, Osterei und Osterfest redeten die Menschen. Dann wurde es Hase zu viel. Was hatte nun gerade ER mit diesen Wörtern zu tun? Und warum werden die Fenster in den Geschäften neu geschmückt? Weihnachten konnte ja nicht schon wieder sein, denn das ist doch im Winter und jetzt war es Frühling…

‚Komisch, komisch‘, dachte sich Hase und hielt es nicht mehr lange aus. Er sprang wie wild und aufgeregt umher. Dann kam er auf eine Idee! Auf unserer Facebook-Seite fragte er nach: „Habe da mal ein paar kurze Fragen an Euch. Es kam mir zu Ohren, dass es einen Osterhasen geben soll. Hat den schon mal jemand gesehen? Wo kann ich ihn finden?“
Es dauerte nicht lange und unsere Freunde dort schrieben und gaben Hinweise: ‚Hase solle schon mal eine Kooperative mit einem Hühnerhof suchen‘ oder ‚Der Osterhase wohne in Ostereistedt, doch so wirklich habe ihn wohl auch noch niemand gesehen. Er sei genauso beschäftigt wie der Weihnachtsmann‘. Der Weihnachtsmann - ein Wort aus den vergangenen Monaten, welches wir nicht komplett erforschen konnten. Und nun - der Osterhase und wieder so ein Geheimnis? Wir wussten, wir müssten dieser Sache auf den Grund gehen. Hase rief: „Der kommt uns nicht davon!“ und wir machten gemeinsam einen Plan. Dieses Rätsel musste doch zu lösen sein oder...!?
Hase nahm seine nächtlichen Forschungsausflüge wieder auf, kam aber zunächst nicht voran. Mit unseren Mitbewohnern gingen wir dem Tipp mit dem Hühnerhof nach und besuchten einen, gleich bei der großen Straße, die nach Hamburg führte. Während meine Frau und ich noch die Menschen des Hofes begrüßten, war Hase schon freudig auf Erkundung. mfw15_071776Er hamfw15_071786_tte sich flux zum Hofhasen gesellt und wollte so schnell, wie möglich seine Fragen loswerden.

Aber der Hofhase ergriff zuerst das Wort und erklärte, er sei gar kein echter Hase, sondern ein Kaninchen und so kamen beide schnell ins Gespräch.
„...und hast Du den Osterhasen schon einmal gesehen?“, fragte Hase gerade, als ich dazu kam. „Nein!“ berichtete das schwarz - weiße Langohr, „…doch frag mal die Hühner nebenan, die wissen bestimmt mehr. Sie sind in der letzten Zeit zwar aus irgendeinem Grund voll im Stress, aber werden sich sicher für euch Zeit nehmen.“ Unser Hase und das Kaninchen tauschten noch einige Lebenserfahrungen aus und verabredeten sich zu gemeinsamen nächtlichen Touren durch die Buxtehuder Heide.

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mfw15_071815Ich stand derweil schon am Hühnerstall und beobachtete das rege Treiben. Wir versuchten mit dem Federvieh zu sprechen, aber anfangs wurden wir nicht beachtet. Offensichtlich waren alle Mädels tatsächlich schwer beschäftigt. Vielleicht hatte es sich ja rumgesprochen, dass sie Besuch bekommen und sie wollten sich ihren Kopfschmuck richten. Wir wussten es nicht. mfw15_071809
Nach einiger Zeit kamen sie dann doch auf uns zu und wir konnten endlich nach diesem Osterhasen fragen. Oh, das war ein Fehler! Sie gackerten plötzlich wild in allen Stimmlagen durcheinander! Jede für sich zeterte. Einzelne Worte konnten wir dann aber doch verstehen: „Jeden Morgen sind unsere Eier verschwunden“, „Man kommt hier nachts gar nicht mehr zur Ruhe.“ Wir fragten nach. Aber gestresst keiften sie: „Woher sollen wir das wissen? Es ist eben so! Und das ist gar nicht schön, denn dadurch bekommen wir keine Kinderlein, keine kuschelig, gelben Küken!“ und schon wandten sie sich wieder ab und gackerten lauthals weiter vor sich hin. Wir waren uns gewiss, hier kamen wir auch nicht weiter.
Hatte dieses Ostern vielleicht gar nichts Hasen und Hühnern zu tun? Während Hase und ich am Abend noch diskutierten, war meine Frau längst am Laptop unserer Mitbewohner. „Jungs“, rief sie. „schaut mal!“ Wir sprangen zu ihr hinüber und sie erklärte uns, was sie gelesen hatte. „Ostern ist das höchste christliche Fest. Gefeiert wird die Auferstehung Jesus Christus.“ Hase merkte an: „Wurde nicht zu Weihnachten gerade sein Geburtstag gefeiert?“ „Und was bitte ist eine Auferstehung?“ fragte ich. Mir rauchte der Kopf und wie ein Bienenschwarm kreisten die Worte. „Da will man etwas erforschen und stößt schon wieder auf neue Begriffe – oh je, diese Menschen!“
Hase lachte laut. „‘Auferstehen‘ kenne ich auch aus Buxtehude. Wie oft habe ich den Nachtwächter damals erwischt, als er laut schnarchend in den Gassen lag! Ich bin ihm dann immer auf die Nase gesprungen, damit er wieder auferstand.“ Wir lachten laut, doch wir waren uns auch dieses Mal ganz sicher, dass etwas anderes gemeint war. Meine Frau berichtete weiter. „Es war dieses Christuskind, ihr wisst doch noch - welches zu Weihnachten geboren wurde, das viele Jahre später am Kreuz starb und drei Tage danach wieder lebte. Dieses nennen die Menschen ‚die Auferstehung‘ und es geschah zu der Zeit, an der wir heute das Osterfest feiern.“ Wir hatten Frauchen aufmerksam zugehört und so war es Hase der fragte: „Das ist sicher die eine Seite, doch wie kommen da die Osterwörter ins Spiel? Warum heißt das Ostern ‚Ostern‘!? - Das müssen wir nun aber endlich herausfinden!“

P4263015Am nächsten Tag war herrliches Wetter. Die Sonne schien hell am blauen Himmel und die Vögel sangen ihre Lieder. Wir wollten wieder an die Elbe um die großen Schiffe zu gucken.
Gesagt, getan. Da am großen Fluss entlang gab es überall einen hohen Berg, der Deich genannt wird. Der Deich diente dazu, dass das Wasser nicht an die Behausungen der Menschen fließen konnte. Auf diesem Deich also sahen wir Schafe und ihre Kinder. Es stellte sich heraus, dass diese Kinder ‚Lämmer‘ genannt wurden. Endlich ein Hinweis! Wir krabbelten auf den Deich, hinüber zu den Schaffamilien und fragten, ob sich auch ein Osterlamm zwischen ihnen befände. Oh Schreck! Bei dem Wort liefen sofort alle Schafe und Lämmer blökend und schreiend davon und schauten uns gar böse an. „Was ist passiert? Wir haben doch gar nichts Schlimmes getan“, rief Hase und seine langen Ohren hingen vor Enttäuschung fast im Gras. mfw15_071370Wie aus dem Nichts kam laut bellend der Hütehund auf uns zu gesprungen, so schnell, dass Hase vorsichtshalber auch die Flucht ergriff und auf einen Baum sprang. Mein Mann war nicht in der Nähe. Er war bei den Schiffen und ich rollte mich sofort ein und brachte meine Stacheln in Position. Das hatte ja schon einmal geklappt, doch er blieb vor mir stehen und schimpfte: „Wie könnt Ihr die Herde nur mit diesem Wort erschrecken! Schlimm genug schon, dass es das Wort überhaupt gibt!“ „Aber was ist denn so schlimm daran?“, fragte ich immer noch eingerollt und ganz kleinlaut. Er erkannte unsere Ahnungslosigkeit und begann zu berichten. Meine Angst war unterdessen verflogen und auch Hase kam vom Baum wieder herunter.
‚Früher seien Schafe und ihre Kinder Opfertiere gewesen. Sie wurden geschlachtet und als Dank dargebracht. In der heutigen Zeit ist es nicht viel anders. Von je her werden die Lämmer sehr früh im Jahr geboren und sind gerade um die Osterzeit groß genug, damit sie …‘ Das wollte ich gar nicht hören, hatte ich doch bei den Menschen schon etwas von Lammbraten gehört. Wir bedankten uns ganz herzlich für die Erklärung und nachdenklich zogen wir weiter.
„Sage mal Hase, zu welcher Jahreszeit wurdest Du eigentlich geboren?“, fragte ich. „Anfang März, in der Buxtehuder Heide, in einer Erdmulde. Diese Furche hatten meine Eltern mit weichem Fellflusen ausgekleidet und es war immer kuschelig und warm. Warum fragst Du, Igel?“  „Überlege mal, Hase“, antwortete ich „Die Lämmer werden früh im Jahr geboren, du wurdest früh im Jahr geboren und auch aus den Eiern der Hühner, würden früh im Jahr die Küken schlüpfen, wenn man sie ihnen nicht wegnehmen würde“.
Meine Frau war bedenklich ruhig und verschwand am Abend wieder am Laptop.
„Eure Vermutungen treffen es schon fast auf den Punkt.“, berichtete sie später. „Der Begriff Ostern könne vielerlei Ursprung haben. Einer sei die germanische Göttin Ostara, welche für Frühling und Fruchtbarkeit stehe. Fruchtbarkeit heißt ja, dass man Kinder bekommen kann und in der Tierwelt ist die beste Zeit der Frühling. So sind die Kinder groß, bevor der nächste kalte, lange Winter kommt und sie nicht verhungern oder erfrieren müssen.“
So fügte sich eines zum anderen - das Osterlamm, die Ostereier, die Osternester. mfw15_071849Doch warum waren die Eier bunt angemalt und warum brachte sie der Osterhase?
mfw15_072125Mit diesen Informationen fuhren wir nach Ostereistedt, denn dort sollte er schließlich wohnen, der Osterhase. Wir sprangen über das Feld und die Waldwege. Und da war er, der Osterhase! Wir trauten unseren Augen kaum - in der Ferne sahen wir ihn, mit braunem Fell und weißen Ohren. ‚Das ist Hanni Hase‘, erklärten uns die vielen Kinder, die mit ihren Eltern dorthin gekommen waren. Jedes einzelne Kind wollte einmal bei Hanni Hase auf dem Schoß sitzen und so bildete sich eine gaaanz lange Schlange mit Kindern. mfw15_072118Nein, so lange dastehen, das ist für uns Tiere nichts und so sprangen wir derweil im Wald umher. War das schön! Überall hinter Bäumen, Büschen und Blumen waren kleine Nester mit bunten Eiern und Naschwerk versteckt. Hase hüpfte von einem Nest zum anderen, aber nehmen durfte es sich keines, denn die waren alle für die Kinder bestimmt.
Doch wer hatte das alles hier versteckt und warum? War es tatsächlich der Osterhase? Eines war selbstverständlich, wir würden es herausfinden…

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mfw15_072071mfw15_072072In der Nähe von Hanni Hase entdeckten wir ein süßes, kleines Häuschen. Wie auch ihr Kinder, sind wir Tiere manchmal neugierig. So klopften wir an und sahen nach, wer da wohl wohne. Leider war niemand zu Hause und wie es nur bei Hasen und Igeln so üblich ist, schauten wir, wie sich die Verwandten ihr Haus eingerichtet hatten. Natürlich blieb unser Besuch von den Hosenmätzen nicht unbemerkt und auch die Großen erfreuten sich an uns. Kameras klickten wieder und wieder. Hase war es sichtlich peinlich, denn seine Wangen wurden leicht rot. Allerdings war er ja ein Hase von Welt und es machte ihm Spaß, wie bei einer Modenschau seine Nase hoch in die Luft zu halten. Zum Glück schielte er dabei immer mit einem Auge auf den Boden, denn sonst hätten sich seine Beine bestimmt bald verknotet.

 

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mfw15_072096Dann war es endlich so weit. Die Kinder durften in den Wald um die versteckten Nester zu suchen. Alle stürmten los. Wir hatten die Verstecke schon gefunden. Daher nutzten wir die Gelegenheit und flitzten schnell zu Hanni Hase, die schon auf uns wartete. Auf unsere vielen Fragen bekamen wir erstaunliche Antworten.
mfw15_071846col„Warum sind die Eier bunt?“ Das war die erste Frage, die wir gestellt hatten: Hanni Hase begann zu erzählen: „Die bunten Eier hatten seit vielen Menschengenerationen ihren Sinn. Mit Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch durften auch keine Eier mehr gegessen werden. Ihr wisst doch bestimmt noch - Aschermittwoch ist der Tag nach Karneval, von dem ihr schon berichtet habt. Da die Hühner jedoch weiter Eier legten, wurden diese gekocht um sie haltbar zu machen. Damit man wusste, wie alt die Eier nun sind, wurden sie eingefärbt. Am Ende der Fastenzeit, zu Ostern, gab es dann so viele Eier, dass ein Teil verschenkt wurde. Diese legten die Menschen auch in kleine Erdmulden und Furchen auf den Feldern. Sie sahen aus wie Hasennester und die Kinder in der damaligen Zeit suchten nach ihnen.
Hase klopfte mit seinen Pfoten auf den Boden, aus dem Klopfen wurde ein Trommeln und dann - dann brach es aus ihm heraus: „Und wer, wer ist nun der Osterhase???“ Hanni Hase schwieg. Sie verriet es uns nicht. Ob sie es auch nicht wusste? Auch das sagte sie uns nicht. Da fing meine Frau an zu reden. Sie hatte sicher die richtige Erklärung oder was meint Ihr?
In einem Buch stand geschrieben: „Früher gab es die Ritterschaft, Handwerkerschaft, Bruderschaft, Knappschaft und alle schafften etwas. Heute gibt es dazu noch eine Wissenschaft. Viele Menschen erkunden und erforschen Dinge. Manchmal finden sie Lösungen, manchmal erschaffen sie Großartiges, doch bei vielen Dingen werden sie sicher noch ewig weiter forschen. So ist das auch mit dem Osterhasen. Wir haben ihn nicht gefunden, denn Hanni Hase schien es nicht zu sein, und vielleicht kann irgendjemand, irgendwann das Geheimnis lüften. Hase so schlau, wie er als Advokat nun mal ist, rief: „Dann sind wir nun Wissenschaftler, denn schließlich schaffen wir auch etwas, nämlich ein bisschen Wissen.“ Wir lachten und wussten freilich, dass Hase ein wenig Recht hatte.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_1In der folgenden Nacht streifte Hase wieder durch die Gassen unserer Hansestadt Buxtehude und blieb vor unserem Denkmal stehen. Dort waren wir schon häufig mit unseren Mitbewohnern. Wie ein nasser Pudel stand er da und zum Hasen in der Höhe sprach er: „Dieser Osterhase ist ein komischer Vertreter unserer Rasse. Er raubt mir noch den letzten Nerv!“
Armer Hase! Gerade jetzt hätte eine Umarmung gebraucht, aber niemand war da, der es hätte tun können.

Plötzlich erklang eine Stimme: „Mein lieber Hase, sei nicht traurig! Du weißt doch, alles wird immer gut! Aber ich habe eine Frage an dich: Weißt du, ob mich in diesem Jahr jemand von den Menschenkindern gesehen hat…???“ Hase erstarrte vor Schreck und glaubte nicht, was er gerade gehört hatte! Wie? Wer? Was? Statt Gedanken hatte er nur noch Fragezeichen in seinem Köpfchen. War der Hase auf unserem Denkmal, der richtige Osterhase, der gerade zu ihm gesprochen hatte? Wusste unser Langohr nun wirklich, wo sich der Osterhase das ganze Jahr aufhält…??? Er konnte es nicht verstehen. So schlich er nach Hause und wollte am nächsten Tag alles berichten.


Und wenn ihr den Osterhasen auch mal sehen und sprechen hören wollt, dann besucht uns doch hier in der Märchenstadt Buxtehude! Vielleicht, aber nur vielleicht, könnt Ihr ihn hier entdecken.