ACHTUNG! Diese Seite verwendet Cookies und vergleichbare Technologien.

Wenn Sie Ihre Browsereinstellungen nicht anpassen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. weitere Informationen

Ich stimme zu

Kontakt:

EMail Adressen

allg. Informationen

Presse

Webmaster

website security

Stadtbesichtigung mit Frau IGEL aus dem Museum


Ja, ihr Lieben, endlich geht unsere Buxtehude-Geschichte weiter. Wie wir euch schon berichteten, hatte uns Frau IGEL aus dem Heimatmuseum zu ihrer Stadtbesichtigung eingeladen und wir sind gern in das “Lebkuchenhaus“ gekommen. Wie es dazu kam und wieso ich ein Haus „Lebkuchenhaus“ nenne? Das berichte ich euch gern. Es war gestern, der Tag, an dem unsere Stadt wieder den Namen „Hansestadt“ erhielt…

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_10In Buxtehude gibt ein altes Rathaus und ein neues Stadthaus. Hase philosophierte, in welches Ratsstadthaus wir gehen müssten. Das alte Rathaus wurde gerade renoviert, also schön gemacht. „Das machen die Bauarbeiter bestimmt für mich!“ dachte er laut. Er war stolz wie Oscar. Dennoch war er ganz durcheinander. Und das war kein Wunder, da er, wie meistens, nicht richtig zugehört hatte. So musste er sich überraschen lassen und fand sich bald im neuen Stadthaus wieder.
Wir eroberten dieses Haus, welches keine Behausung für Mensch oder Tier ist. Es hat riesige Fenster und viele Zimmer und noch mehr Treppen. Dort arbeiten fleißige Helfer für die Menschen in Buxtehude, damit sie sich in unserer Märchenstadt wohlfühlen können.

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_1
Wir schauten uns um, gingen duch die Halle, über die Treppen und durch die Flure, wie die vielen Menschen, die gekommen waren, auch. Dann entdeckte uns eine nette Dame. Wir wussten nicht, wer sie war, aber sie lächelte uns an, sagte jedoch nichts. Und weil unsere Mitbewohner uns an diesem Tage ja noch mehr zeigen wollten, beschlossen wir später noch einmal ins Stadthaus zu gehen, um uns vorzustellen und dort unsere Geschichten zu erzählen.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung - St. Petri Kirche_1Wir machten uns auf den Weg zum Buxtehude - Museum, welches sich nahe der Kirche mit dem großen Turm befand.
Das dauerte natürlich wieder lange, bis wir dort ankamen, denn ‚gleich‘ war ein weit dehnbarer Begriff. Auf dem Weg inspizierte Hase wieder alle Gassen, an denen wir vorbeikamen und zählte seine Schritte ‚Dreihundertfünfundzwanzig, dreihundertsechsundzwanzig, dreihundertsiebenund…‘ Plötzlich war unser Hase ganz außer sich! Er sprang in die Luft und rief etwas Unverständliches, jedenfalls zählte er nicht mehr seine Schritte. Er hatte einen großen, braunen Stein mit grünlichen Figuren entdeckt. Hase selbst war darauf zu sehen, wie er flitzte. Er sah aus wie eine Rakete oder ein Blitz mit Ohren und vor und hinter ihm war je ein Igel! - Nein, nicht wir selber, sondern Ebenbilder von uns. Das Denkmal sollte Den, eben Unseren, berühmten Wettlauf auf den Feldern vor der Stadt darstellen.

Was ist nun wieder ein Denkmal? Nein, denk‘ nicht mal daran, zu raten, ich erkläre es: Ein Denkmal ist ein Stein, eine Figur oder eine andere Sache. Es soll uns immer an etwas erinnern, wenn wir es sehen. Dieses können wichtige Personen, Orte oder geschichtliche Ereignisse sein. Hier in Buxtehude sind eben wir das - der Hase, meine Frau und ich.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_9Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_7Hase sprang gleich auf den Stein und setzte sich auf den rennenden Hasen. Unsere Mitbewohner halfen meiner Frau und mir auch hinauf, damit wir uns zu den beiden Igeln setzen konnten. Das war toll, so nah bei ‚UNS‘ zu sein! Und die Menschen, die dort auf den Bänken saßen und vorbeiliefen, freuten sich mit uns. „Ach wie ist das süß…“, “Wie kommt ihr denn hier her?“, „Wieso seid ihr hier?“ Solche und ähnliche Fragen wurden uns gestellt und wir gaben ganz brav die Antworten.
Hase sprang zwischenzeitlich auf seinem ‚ICH‘ auf und ab. Seine Begeisterung war deutlich sichtbar. Erst ein lautes „Haasee!!!“, verbunden mit einem unmissverständlichen Blick unserer Mitbewohnerin, ließ ihn erstarren. Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_8

Meine Frau saß auch nicht mehr in Position und betrachtete skeptisch ihr Selbst. Ob sie sich gefiel, das hat sie uns aber nicht verraten. Und ich - nein, das verrate ich auch nicht...
Klick, klick, klick machte die Kamera - das kannten wir schon. Es wurden Bilder für euch gemacht… An diesem Tag fotografierte uns aber nicht nur unsere Kamera, sondern auch die vielen freundlich dreinschauenden fremden Menschen, mit kleinen und großen Fotoapparaten, Kameras, mit Handys und wer weiß, mit was noch alles.


Der Tag war heiß, sehr heiß. Hase in seinem Pelz jammerte und von seinen Ohren tropfte schon der Schweiß. Und wir, unter unserem Stachelkleid, schwitzten auch schon sehr. Unsere Mitbewohner drängten etwas, damit wir in den Schatten kämen, um keinen Sonnenstich zu bekommen. Also verließen wir das Denkmal mit unseres Gleichen und gingen weiter.
Wir waren nicht weit gekommen, nur vorbei an wenigen, wunderbar hergerichteten Häusern und schön gepflasterten Wegen, als Hase auf einmal durch die ganze Gasse rief: „Da! Da! Da wohnen Hänsel und Gretel! Da ist ihr Lebkuchenhaus!“ …und schon war er dort vorbeigerannt, ums Eck. und war am Museumseingang angekommen.

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_15

Bis wir hinterherkamen, turnte er schon auf einem Schild vor der Tür. Ich fragte lieb und wurde auch darauf gesetzt und klick, klick - schon wieder sind wir geknipst worden…

Schnell war der Spaß vorbei und wir kamen auf den Arm unseres Mitbewohners. Stolz gingen wir ins Museum. Ein bekanntes Gesicht lächelte uns an. „Moin!“ grüßte sie und wir alle sagten zusammen, wie aus einem Mund ebenfalls diese norddeutsche Begrüßung, „Moin!“ Das heißt so viel, wie ‚Guten Tag‘‚ Hallo‘ oder ‚Servus‘.

Es war die nette Frau, die uns zuvor schon im Stadthaus angelächelt hatte. Mit Hase‘s Gebummel hatte sie uns auf dem Weg überholt und war daher schneller im Museum als wir.
Unsere Großen erzählten ihr unsere Geschichte, wer wir sind, wieso wir hier sind und von unseren neuen Abenteuern, die wir erleben wollten. Das gefiel der Dame so sehr, dass sie uns zu ihrer nächsten Museums- und Stadtführung eingeladen hat.
Natürlich wurde der Termin von unserer Mitbewohnerin freigemacht und pünktlich waren wir am darauf folgenden Tag am Museum. Wir waren schon sehr aufgeregt. Die Frau war glücklich uns zu sehen und begrüßte uns herzlich. Aber irgendetwas war anders an ihr. Ihr Lächeln war es nicht, das konnte sie immer noch so gut. Sie war an diesem Tag eine ‚große Frau IGEL‘. Seht selber, ist sie nicht schön? Ich glaube Hase hatte sich sofort etwas in sie verliebt.

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_19
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_14Er, war es auch, der als Erstes am Eingang des Museums einen Klettersteig entdeckte. Natürlich war das nichts zum Klettern. Es war ein altes Holz, das sogar noch viel älter war als wir selber. Es stammte aus der alten Schiffsanlegestelle – der „Hude bei der Buchenstätte“. Das Holz, aus dem Jahre 1518, wurde im heutigen Altkloster gefunden und hier im Museum aufbewahrt. Um zu zeigen, wie groß die Hude ist, durften Hase und ich uns ganz vorsichtig draufsetzen. Meine Frau blieb im Wohlfühlbeutel, denn auch an diesem Tag machte ihr die Wärme zu schaffen.
Die ‚große‘ Frau IGEL erzählte uns erst einmal kleine Geschichten zu unserem Ort. Die ersten Siedlungen von Buxtehude wurden in der Umgebung vom Klosterhof in Altkloster 959 errichtet und als ‚Buochstadon’ erwähnt. Hieraus entstand unsere heutige Stadt. 1135 nannte man den Ort ‚Buchstadihude’ und jetzt Buxtehude oder Buxthu. Viele Menschen denken, dass Buxtehude nur ein Wort sei. Dass es aber eine schöne Stadt mit diesem Namen gibt, wissen manche bis heute nicht.
Dann führte uns Frau IGEL durch einen Raum mit vielen bunten, kleinen und großen Bildern an den Wänden. „Hier gibt es das ganze Jahr Ausstellungen zu bewundern“, erklärte sie uns. Wir fanden die Bilder sehr interessant, hatten aber keine Zeit sie lange zu studieren, da wir zum eigentlichen Heimatmuseum wollten.

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_18   Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_16   Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_20

Es waren nur ein paar Meter bis dahin, aber zeitmäßig viele, viele Jahre Unterschied. Das Buxtehude-Museum vereint bis heute Regionalgeschichte und Kunst. Und was es da im Museum alles gab und was die Menschen dort alles über uns zusammengetragen haben, dass müsst ihr Euch unbedingt selber anschauen! Viele alte und neue Dinge, Hasen und Igel, in Groß und in Klein, auf Papier und auf Bildern, auf einem Geldschein, Schilder, die an der großen Straße nach Hamburg standen und sogar einen Film zeigte uns Frau IGEL. Erratet ihr, welcher Film das ist, den man dort sehen konnte?. Hey, wir haben ihn uns in erster Reihe ansehen dürfen, dort, wo sonst niemand sitzen darf! „Den müsst ihr auch sehen! sage ich euch, der ist sooo schön...“
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_12Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_13

Das Heimatmuseum war nun das „Lebkuchenhaus“, wie ich es nannte und wurde extra für ‚uns‘, für Hase und Igel, 1913 erbaut und 1991 bis 1992 neu herausgeputzt. Man nennt das ein Fachwerkhaus, wie sie in der Gegend von Buxtehude und im ‚Alten Land‘ heute noch gebaut werden, mit Balken, kleinen Fenstern, alten Türen, mit Schnitzereien und geschnitzten Holzköpfen an seinen Außenwänden. Die Steine, Backsteine, genannt, werden so vermauert, dass sie tolle Muster zeigen und mich an die Lebkuchen von unserem Bäcker erinnertn.
Frau IGEL erzählte, wie unsere Geschichte entstand und warum sie bis heute bekannt ist, wie die ganzen schönen Dinge hier her kamen und wie… Ach, sooo viel erzählte sie und es war einfach super! Sogar Hase hörte gespannt zu ohne herumzutoben.
Der Film, ihr habt es bestimmt erraten, handelte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel auf der kleinen Heide bei Buxtehude oder auf Platt, der Sprache im Norden Deutschlands, gesagt: “Dat Wettlopen twischen den Hasen un den Swinegel up de lütje Heide bi Buxtehude."

 

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_21   Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_23   Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_22

Aber auch dieser Besuch in ‚unserem‘ Museum musste einmal zu Ende gehen und Frau IGEL wollte uns nun endlich die Stadt zeigen.
Zusammen gingen wir vor dem Museum auf einen Platz – den Stavenort. An diesem Ort war vor langer Zeit eine Badestube – der Name ist von Stove bzw. Stave abgeleitet worden. Dort standen noch dieselben Behausungen, wie zu unserer alten Zeit. Am Rande dieses Platzes befindet sich auch die ‚Has‘ und Igel Twiete‘. Anno dazumal trieben wir hier in dieser und den anderen Gassen unser Unwesen. Das war lange her, aber es freute uns, dass es das alles noch gab.

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung - Stavenort_1


„Was ist das dort an der einen Hauswand? Was ist das hier nur für eine verrückte Stadt geworden?“ rief ich dieses Mal und konnte es nicht verstehen. Ich zählte. „Da hängen doch tatsächlich 24 Schiffsglocken an der Wand!“ Ich schüttelte meine Stachln und Hase verstand es erst recht nicht. „Schiffsglocken gibt es doch nur auf Schiffen und nicht hier !“ Aber meine Frau beruhigte uns und meinte: „Das werden wir uns später noch einmal genauer und in Ruhe ansehen! Und bei den nächsten Erkundungen mit Frau IGEL aus dem Heimatmuseum werden wir sie dazu befragen! Dann wissen wir genau, was es mit Schiffshausglocken auf sich hat. Jetzt gehen wir erst einmal weiter.“

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_1
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_29Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_28Gesagt, getan. Bis hin zur Kirche mit dem großen Kirchturm, der auch von den Feldern vor der Stadt zu sehen war, waren es nur wenige Schritte. Aber kaum, dass wir in Richtung Kirche gingen, wurden Frau IGEL und wir von 2 Buben, Reportern, wie sie sich nannten, erkannt und wir hatten ein spontanes Fotoshooting. Die Geschichte “Sind wir nun berühmt?“ habt ihr ja bestimmt schon gelesen. Dieses Mal war nicht nur Hase außer sich vor Freude, alle Anwesenden waren gut gelaunt und doch, wir wollten weiter auf unserer Entdeckungstour und ließen uns nicht lange aufhalten.
„Das ist die Sankt Petri Kirche und hier hinein wollen wir als nächstes gehen. Ich bitte euch aber, ab jetzt ganz still zu sein und euch zu benehmen“, sagte Frau IGEL zu uns. ‚Ob das wirklich klappt? Hase und ruhig sein?‘ Ich war mir nicht so sicher. Und warum mussten wir uns benehmen und so still sein?
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_11Unsere Mitbewohner erklärten uns: „In einer Kirche wird zum Beispiel gebetet. Im Gebet teilt man seine Gedanken, Sorgen, Ängste, Freuden und alles, was man denkt oder fühlt oder auf dem Herzen hat, mit einer höheren Macht, dem Gott. Ein Gebet kann hörbar sein, aber auch nur in Gedanken stattfinden. Es gibt den Menschen Kraft, Ruhe und Sicherheit. Regelmäßig treffen sich die Menschen um gemeinsam zu beten, zu singen und den Worten der Vertreter Gottes zu lauschen. Dieses nennt sich dann Gottesdienst. Die höhere Macht, wie wir sie nannten, hat viele Namen – Gott, Allah, Buddha und noch viele mehr. Auch die Häuser, in denen diese Treffen stattfinden heißen unterschiedlich – Kirche, Moschee, Tempel…“
Wir waren wieder etwas schlauer und bekamen auch noch die Information, dass nicht alle Menschen an diese Dinge und Gott, Allah oder Buddha glauben. Für mich war das ganz verständlich, denn alle Menschen und Tiere sind unterschiedlich, auch ihr Denken und Handeln. Hauptsache alle leben friedlich miteinander, war unsere Meinung.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_30Die Sankt Petri Kirche ist ein über 700 Jahre altes Bauwerk, groß und hoch. Sie gab es ja schon lange zu unserer Zeit, aber wir durften sie nie betreten. Wir waren verwundert, so einen hohen Raum hatten Hase, meine Frau und auch ich noch nicht gesehen. Kein Wunder also, dass der Kirchturm weit über die Wiesen und Felder zu sehen war. In dieser Kirche gab es Möbel in deren Holz, Bilder oder Geschichten geschnitzt waren. Hase entdeckte ein ganz besonders verziertes Baumhaus. „Ein Baumhaus???“, wir wurden sofort korrigiert. Es sei eine Kanzel und bevor wir nachfragen konnten, was das denn da am Ende sei, wurde uns der Begriff „Ein Altar!“ gefolgt von den Worten „Jetzt ist aber Ruhe hier!“ an den Kopf geschmettert. „Fragen ist ja wohl gestattet oder…?“, sagte Hase ganz kleinlaut. „Hört Frau IGEL zu und ihr erfahrt alles Wichtige!“ Nun befolgten wir den Rat und hörten zu. Dabei sahen wir uns weiter um und bestaunten die schönen Verzierungen, bunten Bilder und Fenster und ein Tastengewirrbrett. Diese waren nicht, wie beim Buchstabengewirrbrett, beschriftet. Sie waren einfach nur schwarz und weiß. ‚Geheimnisvoll‘ dachte ich bei mir. Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_31
Das Gewirrbrett, ihr nennt sie Tasten, gehörten zu einer Orgel, die auch schon damals hier lieblich erklang. Eine Orgel ist ein Musikinstrument und in einer Kirche sogar ein ganz Besonderes. Diese wollten wir natürlich gleich mal ausprobieren. Wir durften uns alle drei auf den Hocker setzen und Hase fing sofort an, auf den Tasten herum zu hämmern. Ein lautes Pfeifkonzert ertönte und wir erschraken so sehr, dass wir uns unter der Bank versteckten. Neiiiin, das ging gar nicht! Es wurde wieder still. Langsam krochen wir hervor und setzten uns zurück auf die Bank. Dann versuchten wir zusammen etwas zu spielen, aber auch das hörte sich schrecklich an und unsere Mitbewohner schauten schon wieder ganz ernst. Ok, das Spielen ist gar nicht so leicht, denn die vielen Pfeifen der Orgel machten nicht die Töne, die wir wollten. Das ist auch kein Wunder, denn einige diese Pfeifen sind ganz klein, andere ganz groß, die einen dünn, die anderen dick. Die können gar keine schönen Töne hervorbringen, war unsere Ansicht. Also hörten wir lieber auf, denn wir wollten doch ganz brav sein …

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_33„In der Kirche sind so viele schöne Bänke, auf denen wir herumtollen können“, sagte Hase wieder ganz leise. „Aber nein, ihr beiden! In einer Kirche muss man sich ruhig verhalten und umhertollen und laut schreien soll man hier auch nicht, das wisst ihr doch! “ ermahnte uns dieses Mal meine Frau.
Deshalb schlichen wir ganz leise und vorsichtig weiter, dorthin wo ein Kreuz an der Wand hing „Ist das Kreuz groß! Wenn Hase, meine Frau und ich eine Räuberleiter machen, reichen wir lange noch nicht an dessen Oberkante, es ist sogar noch höher als unser Mitbewohner, das soll was heißen! 1,90 m! Oh, da müssen wir wohl noch etwas wachsen“, flüsterte ich und dachte: Nur gut, dass Hase sich jetzt anständig benahm und nicht schon wieder auf die Idee kam zu klettern…
Wir lauschten der Frau IGEL weiter zu. „Am Ende der Kirche ist der Hauptaltar und hier steht sonst der Pfarrer, wenn er zu den Menschen in der Kirche spricht.“ Wir schauten, ob wir einen Pfarrer sahen, obwohl wir gar nicht wussten, was das für einer ist. Aber niemand war da, es war grade kein Gottesdienst…
„Da! Da sind schöne, bunt, gemalte Bilder, die auf den Tischen stehen!“ Kaum, dass ich Hase gelobt hatte, war er wieder laut. „Psst Hase leise!“ sagte meine Frau und ihre Stacheln vibrierten.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_32„Ein ganz wichtiges Kunstwerk in der Kirche ist der sogenannte Passionsaltar. Das ist eine Bilderwand, dessen 5 Bilder wunderschön sind. Könnt ihr glauben, dass auf den Bildern Menschen sind? …Na klar, könnt ihr das, aber glaubt ihr, dass es auf dem Bild mehr Füße als Menschen gibt?“ Frau IGEL erklärte uns, dass vielleicht die Buben, die mit an dem Bild vor ganz langer Zeit gemalt hatten, schuld daran seien. Sie hatten bestimmt nicht genug zu essen bekommen oder wurden von ihrem Lehrer schlecht behandelt. Aus Ärger malten sie Bilder auf denen nicht alles richtig war. So auch jenes, mit den vielen Beinen. Könnt ihr die Beine entdecken, die da nicht hingehören?
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_34Und da gab es noch ein anderes berühmtes Bildwerk auf einem anderen Tisch. „Dieses besteht aus 18 kleinen Bildchen und man nennt es den Marienaltar. Die ersten Geschichten, die darauf und auf dem Passionsaltar erzählt werden, haben sich vor über zweitausend Jahren begeben.“ Erkläre Frau IGEL weiter. Zweitausend Jahre! Wir sind nicht einmal zweihundert Jahre, hey, war das laaange her…. Einige der Geschichten kennt ihr bestimmt, denn Ostern, Weihnachten, Pfingsten und andere handeln davon und es sind die Feiertage, die die Menschen deshalb begehen. Von diesen Feiertagen werden wir euch später in anderen Geschichten erzählen.
„Auf einem dieser Bildchen ist eine Frau, die Maria genannt wird, zu sehen und sie strickt. Ja, sie strickt!“ Nein, keine Jacke für Hase, denn als das Bild 1410 entstand, gab es uns doch noch gar nicht. Es sollte bestimmt für ihr Kind, welches auch abgebildet ist, sein. Dass das Stricken auf einem Bild zu sehen ist, ist sehr selten, berichtete Frau IGEL. Sie hätte bestimmt noch vieles über die Kirche berichten können, aber wir wollten ja noch mehr von Buxtehude erfahren. Also verließen wir diesen Bau ganz andächtig und noch immer von der Größe überwältigt.
Nun führte uns unsere nächste Etappe weiter durch die Gassen und an den historischen Häusern vorbei und wir hörten die Geschichten aus den alten Zeiten.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_35Da war das Abthaus. Es wurde als Stadthaus nach 1399 erbaut und nach den Äbten des Benediktinerklosters Harsefeld benannt. Es ist das zweitälteste Haus in Buxtehude. Nachdem wir nun das ganz alte und das neue Stadthaus gesehen hatten, waren wir der Meinung, das Alte gefiel uns besser.
Plötzlich begann Hase zu schimpfen. Ihm gefiel das Wort ‚Harsefeld‘ nicht. Wie konnte es sein, dass die Menschen aus ‚Hasefeld‘ einfach ‚Harsefeld‘ machten!? Nein, das ging gar nicht! Meine Frau und ich erklärten ihm zwar, dass die Stadt eben HaRsefeld heißt und nichts mit ‚Hasen‘ zu tun hat, aber er glaubte das natürlich wieder nicht. Und so versprachen wir ihm, demnächst einen Ausflug in diese Stadt zu machen. Damit gab sich unser Naseweis endlich zufrieden. „Das Abthaus wird heute als Wirtshaus genutzt und man kann sich dort auf Möbeln ausruhen, die aus ‚unseren alten Tagen‘ stammen.“, erfuhren wir. Leider hatten wir keine Zeit dort einzukehren, denn wir wollten doch noch mehr, viel mehr, von unserer Stadt sehen.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_2Wir kamen ans Fuhrmannshaus, das 1553 für einen Fuhrmann und seine Tiere erbaut wurde. Auch dort gibt es heute eine Schänke, in der man ‚Speis‘ und ‚Trank‘ zu sich nehmen kann und gleich gegenüber dem Fuhrmannshaus ist die heutige Stadtbibliothek. Einst war hierin eine Schule, in der auch der Lehrer wohnte.
Der Heimatverein Buxtehude hat schon viele Jahre alles über die Stadtgeschichte zusammen getragen, und das ist gut so. Ihr wisst ja, wir sind kleine Tiere und soooo viel können wir uns gar nicht merken...
Die Zeit verging sehr schnell. Unsere kurzen Beinchen taten schon weh und Hase verdrehte etwas seine Ohren, also wurde es Zeit, dass wir uns sputeten, damit wir nach Hause kamen. Aber wir wollten diese Stadtführung und nun mussten wir da durch, bis zum Ende.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_36Wir kamen an vielen kleinen Läden vorbei, vor denen die großen Hasen und Igel standen. Alle waren verschieden angemalt. Einer dieser Hasen hatte es der Frau IGEL besonders angetan. Er trug schwarze Kleidung mit Blitzen drauf und sein Gesicht war weiß mit Sternenspitzen. Sie fand ihn so hübsch und süß. Seht selbst…
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_5Unsere Stadtbesichtigung führte uns weiter am Fleth entlang. Früher gab es hier Kornmühlen und Schiffe fuhren zu ihnen. Heute liegt dort noch ein alter Ewer im Wasser, welcher 1897 als Frachtkahn für die Schiffsflotte in Buxtehude gebaut wurde. Der Ewer heißt ‚Margareta‘ und ist das letzte Schiff dieser Art. Hase und ich untersuchten gleich mal die Brückengeländer. ‚Ob sich dort eine Treppe zum Schiff befindet?‘ Leider oder zum Glück fanden wir keine Treppe und keinen Steg, der übers Wasser führte. Und was soll ich euch sagen, Hase war endlich interessiert bei der Sache und machte momentan keinen Unfug. War er so sehr erschöpft oder wollte er sich wirklich bessern? Ich wusste, wir würden es bald herausfinden.
Wir genossen alle die ruhigen Minuten, sahen uns die schicken Häuser an, in denen vor vielen hundert Jahren schon reger Handel getrieben wurde und die heute noch zum Einkaufen und Verweilen in den Gaststuben einladen.
Am Stadtgraben, auch eine Art Fluss, angekommen, war es endlich etwas kühler. Hase kann zwar nicht schwimmen, aber wir hatten doch etwas Angst, dass er ins Wasser springt und sich abkühlen wollte, man weiß bei ihm ja nie, was er im Schilde führt. Er tat es glücklicher Weise nicht und wir waren froh darüber.
Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_38Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_39

Ach, was es doch hier noch alles aus der Zeit von vor 170 Jahren gibt! Wir sahen einen alten Viverkahn, ein kleines Boot für den Stadtgraben, Reste der Stadtmauer, die das alte Buxtehude umgab und sooo vieles mehr. Frau IGEL erzählte und erzählte…
Leider haben meine Frau und ich uns nicht alles merken können, um es hier wiederzugeben. Ihr wisst ja, kleine Tiere haben auch nur kleine Köpfchen und ganz kleine krumme Beinchen. Wir waren erschöpft. Hase war freiwillig im Wohlfühlbeutel verschwunden und hatte seine Ohren über die Augen gelegt. Er war eingeschlafen. Unsere Mitbewohnerin und Frau IGEL beschlossen, sich auf den nach Hause-Weg zu machen und sich später noch einmal zu treffen.

Aber am besten kommt ihr selbst einmal in unsere schöne Stadt und geht mit Frau IGEL durch die Gassen. Vielleicht sind wir ja dann auch wieder dabei… Bis zum nächsten Abenteuer, liebe Freunde! Wir freuen uns schon auf Euch!!!

 

Hase und Igel in Buxtehude - Stadterkundung_1


o.a. Bild auch als Grußkarte verfügbar

 Informationen zum Buxtehude-Museum für Regionalgeschichte und Kunst

Touristik Informationen Buxtehude