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Es war einmal, vor langer, langer Zeit …

 

Es war eine Zeit, in der Geschichten noch von Mund zu Mund erzählt wurden und nicht in einem Buch standen. Es war eine Zeit, in der die Familien des Abends noch zusammen am wärmenden Ofen saßen, die Männer Körbe flochten und die Frauen die Juppen noch mit der Hand nähten. Es war die Zeit, in welcher Erzählungen die langen Abende verkürzten.

Auch unser Abenteuer, das Volksmärchen vom ‚Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel‘ wurde bereits unendlich viele Jahre mündlich weitergegeben, bevor es 1840 erstmals aufgeschrieben wurde. 1843 nahmen die Gebrüder Grimm die Geschichte in ihre Märchensammlung auf. Seither sind wir in der ganzen Welt bekannt und viele Generationen von Kindern sind mit uns aufgewachsen - aber nur mit unserer Geschichte, denn gesehen hat uns noch niemand.

Viele, viele Jahre später …

Die neue Welt schreibt das Jahr 2014. Am Rande der Buxtehuder Heide steht eine fast zerfallene Scheune. Eine Frau, die sich für solch alte Häuser interessiert, ist neugierig und geht hinein. Es herrscht eine Stille, eine Ruhe, die schon etwas Unbehagen in ihr auslöst. Kein Vogelgezwitscher, kein Autolärm, kein Luftzug, nur ihren eigenen Atem kann sie hören. Plötzlich bleibt sie stehen. Sind das Stimmen? Sie spitzt ihre Ohren, doch es war still. Langsam tastet sie sich weiter und stockt erneut. Stimmen! Das sind Stimmen! Sie geht weiter in die Richtung, aus der sie zu kommen scheinen. Die Laute werden deutlicher, doch verstehen kann sie nichts. Ein kalter Schauer rinnt über ihren Rücken. Niemand kann hier sein, denkt sie und doch, da ist eindeutig etwas! Schritt für Schritt geht sie vorsichtig über die alten Bohlen und was sie jetzt sieht und hört, lässt sie erstarren. Ganz hinten im Eck sitzen im Dunkeln zwei kleine, verstaubte, fast unerkennbare Gestalten!!! Eines der Wesen sieht aus, als hätte es lange Ohren und das andere, als hätte es ringsum Spitzen an sich.

Sie erzählen sich: „Seit 200 Jahren verstecken wir uns, sind von einer Behausung zur nächsten geflüchtet und warum? Weil niemand wissen darf, wie Du mich damals mit Deiner Frau hinters Licht geführt hast!“ – „Pahhhh, das ist doch so lange her, da denken die Menschen doch gar nicht mehr dran! Das darf Dir nicht mehr peinlich sein.“ „Doch, ist es aber!“, antwortet das Langohr etwas bissig. Just in diesem Moment knarrt die Bohle unter den Füssen der Frau und die Beiden bemerken sie. Sofort stellt das Langohr seine Ohren weit nach oben, wahrscheinlich um größer zu wirken und die andere Gestalt, mit den Spinnfäden - verwebten, stachelähnlichem Haupt rollt sich zu einer Kugel.

„Moin!“, sagt die Frau leise, freundlich und freudig. „Ihr braucht keine Angst haben. Ich habe Euch zugehört und kenne euch! Ich wohne in Buxtehude und Ihr zwei seid nicht vergessen! Eure Geschichte wird bis heute erzählt und sie lebt in den Herzen der Kinder und Erwachsenen weiter.“ Es ist das Langohr, das ganz vorsichtig und zaghaft fragt: „Wirklich?“ „Ja, wirklich! Darf ich Euch zeigen, was aus Eurer Heimat geworden ist?“

Nun rollt sich auch das stachlige Etwas wieder aus, hebt sein Haupt und beide schauen sich ungläubig an. „Ihr seid Hase und Igel, die Helden der Hansestadt Buxtehude und überall werdet Ihr verehrt.“, berichtet die Frau voller Stolz. „Stimmt! In der Buxtehuder Heide war es, wo wir um die Wette liefen, doch was soll das für eine Verehrung sein?“, fragt Hase, aber eine Antwort kommt nicht.

Dennoch fassen beiden Märchenwesen mehr und mehr Vertrauen und sie willigen ein, ihre alte Heimat neu zu entdecken. So hebt die Frau sie vorsichtig und behutsam aus dem dunklen Eck und nimmt sie mit nach Hause. Dort werden die Schmutzfinken erst einmal in die Wanne gesteckt, um den Jahrhunderte-alten Staub wegzuspülen.mfw14_066371aw
Könnt Ihr euch vorstellen, wie schmutzig das Wasser war? Nach einigen Spülgängen ist die Frau begeistert. Die beiden Gestalten sind wirklich Hase und Igel, sind sehr hübsch, weich und kuschelig.

Seitdem ist die Sonne viele Male aufgegangen und der Mond am Horizont hinter der Heide verschwunden. Die Frau und ihr Mann sind nun unsere Mitbewohner, besser gesagt, wir die ihren. Zusammen haben wir schon viele schöne, lustige und ernste Dinge erlebt, haben viel gelernt und sind weiter gekommen, als uns unsere Beinchen je tragen könnten. Unsere Mitbewohner und wir sind uns einig: In Zukunft werden wir auf unseren Streifzügen durch Siedlungen ziehen, die fleißigen Menschen besuchen und die Weltmeere erkunden. Vielleicht fliegen wir auch einmal wie ein Vogel durch die Lüfte oder schwimmen wie der Fisch im Wasser!? Die ersten Schritte haben wir gemacht und wir sind jeden Tag gespannt, wie wir nach den Jahrhunderten in der heutigen Welt weiter zurechtkommen und wie sich die Menschen bei unserem Anblick verhalten. Diese und noch viel mehr Fragen werden wir in unseren Geschichten erleben und aufschreiben. Wir sind sooo neugierig und voller Tatendrang und freuen uns auf unsere neuen Abenteuer, „Die neuen Abenteuer der Buxtehuder Schlingel Hase und Igel“.